Hey ihr Lieben,

Ich weiß nicht, ob es Zufall war oder nicht, aber genau heute als ich am Weg zum Auto und nach Hause war, bin ich einer alten Schulkollegin begegnet. Wir haben uns natürlich sofort nett unterhalten und sind auch ein wenig auf  ‚die alten Zeiten‘ zu sprechen gekommen. Geendet hat das Ganze dann damit, dass wir beide eigentlich festgestellt haben, dass wir uns vor drei Jahren, als wir kurz vor unserer Matura (Abitur in Deutschland) standen, unsere Pläne für die Zukunft ein wenig anders vorgestellt haben. Beziehungsweise wusste sie sogar, dass ich nun ganz was anderes studiere, einen Blog habe und mich auch als Mensch wohl sehr geändert habe seitdem.

Wisst ihr was, so ist mir das eigentlich noch gar nie aufgefallen, aber es gibt mir zu denken, denn einmal mehr hat sich gezeigt, dass man einfach nichts im Leben voraussehen kann und es dann doch irgendwie anders kommt. Natürlich soll das nichts schlechtes bedeuten. Auf keinen Fall, denn ich n´bin mit meiner jetzigen Situation wohl um einiges glücklicher, als ich sie mir noch vor drei Jahren vorgestellt hätte.

Damals

Damals war ich mir eigentlich noch immer nicht zu 100% sicher, was ich später einmal studieren möchte. Während der Schulzeit habe ich mir darüber einfach viel zu wenig Gedanken gemacht, denn mein einziges Ziel war es, meine Matura zu haben und Studieren zu können (Ja studieren wollen, aber nicht wissen was-typisch oder? haha). Ich wusste nur, dass ich auf keinen Fall die Berufe meiner Eltern ausüben wollte, da ich einfach unbegabt bin, was alles Medizinische angeht. Also der Zug als Tierärztin oder Radiologietechnologin-wie meine Eltern-war abgefahren :p Ich betrieb schon damals extrem viel Sport (dazu aber später mehr) und habe es auch in Erwägung gezogen, vielleicht Sport zu studieren. Doch was macht man danach? Ja den Plan warf ich auch schnell über Board. Also dachte ich mir: Komm, du besuchst schon den Naturwissenschaftlichen Zweig in einer Privatschule, da musst du doch auch später was damit machen, dass das ganze Physik und Mathe nicht umsonst war. Die Wahrheit war aber: ich hatte null Ahnung davon und in der Schule einfach nur auswendig gelernt. Egal, ich wollte dann eben doch Molekulare Biowissenschaften studieren. Wie wir wissen, war das kein guter Plan, sonst würde ich es wohl jetzt noch machen, oder?

Das nächste was ich heute zu hören bekommen habe, war: Steffi ich bin froh, dass es dir wieder ganz gut geht! Ihr wisst ja, dass ich mit knapp 16 mit Untergewicht zu kämpfen hatte und es auch in den folgenden Jahren ein eher schleichender Prozess mit einigen Rückschlägen war, um da wieder rauszukommen. Natürlich ist das an keinem vorbeigegangen und natürlich wusste ich auch schon immer, dass ich noch viel an mir zu arbeiten habe, aber ich glaube ich wollte es damals noch nicht zu 100%.

Wie heute habe ich auch damals schon viel Sport betrieben nur irgendwie anders und ‚extremer‘ wenn man das so sagen kann. Ich habe es schon immer gerne gemacht, aber für mich war es damals einfach alles und zwar in dem Sinn, dass ich es einfach gemacht habe ohne dabei zu schauen, ob es mir noch gut dabei ging.

Ich war wirklich kein bisschen spontan und einfach viel zu diszipliniert was meine Ernährung anging. Damals war ich gerade an dem Punkt, an dem ich zwar wieder ausreichend essen konnte, aber fast ausschließlich gesund und mir wirklich nichts mehr gegönnt habe. Heute würde ich das keinen Tag mehr aushalten und schüttle gerade regelrecht den Kopf, wenn ich mir denke, dass ich ein halbes Jahr lang keinen Kaugummi gekaut habe, weil ‚Da ja Süßstoff drinnen ist‘.

Heute

Heute sieht die Welt schon ganz anders aus und ich muss sagen, dass ich über vieles auch richtig froh bin! Ich wäre wohl NIE mit dem Studium, das ich damals begonnen habe, glücklich geworden, noch hätte es mir all die Möglichkeiten und Freiheiten gegeben, die ich heute so zu schätzen weiß. Ich habe nicht lange überlegt und bin einfach meinem Gefühl gefolgt, als ich damals nach knapp zwei Wochen schon den Entschluss gefasst habe, das nicht mehr weiter machen zu wollen. So studiere ich heute Jus und bin mehr als happy damit. Hätte ich mir vor drei Jahren wohl selbst nicht gedacht :p

Aud was ich aber vielleicht noch ein kleines bisschen mehr stolz bin, ist, dass ich mich selbst einfach in den letzten drei Jahren persönlich um so viel weiterentwickelt habe. Früher würde ich mich wirklich als naiv und vielleicht auch ein wenig gefühllos beschrieben haben, denn ich war viel zu oberflächlich was den Umgang mit anderen und auch mit mir selbst anging. Ich wollte perfekt sein und nichts andere war mir irgendwie wichtig. Heute sehe ich das alles mit ganz anderen Augen. Im Nachhinein finde ich es oft sogar traurig, was ich mir dadurch vielleicht auch für Chancen verbaut habe. ABER ich sage auch, dass nichts umsonst was und ich für mich sehr viel daraus gelernt habe.

Um zu einem Ende zu kommen: Heute ist mir wieder einmal bewusst geworden, wie wenig man das Leben doch bestimmen kann und alles sowieso so kommt, wie es kommt. Das wichtigste ist nur, das Beste aus jeder Situation zu machen und vor allem das, was einen glücklich macht.

 

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