I Love Me!

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I Love Me! ‚Love Myself‘, das ist nicht nur zufällig auch der Titel eines Songs von Hailee Steinfeld, den ich zur Zeit wieder auf und ab höre, sondern auch eine Message, die man sich nicht oft genug selbst sagen kann. Jeder, der mir schon etwas länger folgt, wird wahrscheinlich meine Geschichte kennen. Ich habe euch früher das ein oder andere Mal einen ziemlich tiefen Einblick in meine Gedanken gewährt und das kam immer super bei euch an. Einerseits hat es mir geholfen, mir einfach ein paar Zeilen von der Seele schreiben zu können und andererseits hat es vielen von euch geholfen, die sich vielleicht in der selben Situation befunden haben bzw. es noch immer tun. Wovon ich nun spreche? 

Inspiriert vom Selflove-Februar meines Kooperationspartners BWT möchte ich heute ein paar Worte dazu verfassen. Auch wenn mir diese Zeilen nicht leicht fallen, kann ich mich darin einfach zu 100% identifizieren und hoffe, dass sie euch ein Stück weit helfen in Richtung ‚I love me!‘

Wie alles begann

Ich war der Prototyp eines Teenagers, der sich selbst einfach nicht akzeptieren konnte. Ich war schon immer ein kleiner Rebell, der immer seinen eigenen Kopf hatte und ich war vor allem einfach dauerhaft unzufrieden mit mir. Dank nötiger Disziplin, die ich schon mit 15/16 ganz gut an den Tag legen konnte, fing ich an, in übertriebenem Ausmaß Sport zu treiben, mich unzureichend und meines Erachtens  natürlich ‚gesund‘ (Kurz gelacht, denn heute weiß ich, dass gesund essen wirklich nicht gleich hungern heißt!) zu ernähren und mich einfach dauerhaft mit anderen zu vergleichen.  Am Schluss ging das so weit, dass ich mich auf unter 40 kg bei einer Größe von knapp 1,65m runter hungerte und daran letzten Endes fast gestorben wäre. Das ist kein Witz und auch kein versuch Aufmerksamkeit zu bekommen,  sondern traurige Realität, an die ich nicht gerne zurückdenke und die hier auch gar nicht groß zum Thema werden soll. Fakt ist aber, dass diese Zeit natürlich ein Ausläufer meiner mangelnden Selbstakzeptanz und Selbstliebe war, die mich sehr geprägt hat und die ich natürlich nie vergessen kann und werde. Denn im Endeffekt habe ich daraus eine Menge gelernt. Vielen jungen Leuten geht es so wie mir damals und viele sind auch im Erwachsenenalter noch immer nicht ganz über den Berg. 

You are enough

Ich bin eine Perfektionistin und muss immer meinen eigenen Kopf durchsetzen, was natürlich nicht nur negative Aspekte mit sich bringt, denn oft ist ein wenig Perfektionismus wirklich nicht verkehrt. Jedoch läuft man damit Gefahr, maßlos über´s Ziel hinaus zu schießen. Das war bei mir der Fall.

Auch heute bin ich wirklich noch oft unzufrieden mit mir und frage mich dann einfach nach dem WARUM? Denn an sich habe bzw. hatte ich dazu nie einen Grund. Ich hätte nie irgendetwas an mir ändern müssen und das hat auch nie irgendjemand von mir verlangt…außer ich selbst. Und genau das ist das Schlimme daran. Heute weiß ich das auch und deshalb macht es mich umso mehr traurig, weil ich mir als Teenager wirklich so einiges ersparen hätte können. 

Ich weiß auch gar nicht, woher dieses Gefühl kommt, immer alles perfekt machen und perfekt sein zu müssen, obwohl dieses ‚Perfekt‘ nicht einmal existiert. Jeder, der dieses Zustand anstrebt hat nämlich sowieso schon verloren, finde ich. Natürlich sollte man immer Ziele vor Augen haben, doch die Kunst ist es, diese in einem realistischen Bereich zu halten. 

Eine Frage der Einstellung

Was ich aber weiß: so ziemlich alles ist eine Frage der Einstellung! Du bist selbst für dein Glück verantwortlich, denn du musst es nur zulassen, glücklich zu sein. Und ich finde, dass man einfach nicht glücklich sein kann, wenn man sich vorher nicht selbst so akzeptiert hat, wie man ist. Man kann niemand anderen lieben, wenn man sich selbst liebt. Für mich funktioniert das nicht. Es ist einfach nicht das Gleiche. Das war wirklich lange ein großes Problem von mir. Ich hatte jahrelang das Gefühl, dass ich mich einfach über nichts mehr zu 100% freuen konnte wie früher und keinen Spaß mehr hatte an Dingen, die ich geliebt hatte. Mittlerweile ist dieses Gefühl Gott sei Dank so gut wie zurück und glaubt mir, es war ein steiniger Weg bis hierher, aber es hat sich gelohnt. Glück und Zufriedenheit kann man nicht erzwingen, auch wenn das oft von Vorteil wäre.

Lesson learnt?

Das alles ist jetzt zirka 7 Jahre her. In den letzten Jahren habe ich mich viel mit mir selbst beschäftigt, habe Dinge hinterfragt und kann heute so Einiges viel besser verstehen als damals. Ich würde sogar behaupten, dass mich das alles für die Zukunft stärker gemacht hat. Jedoch ist es immer noch so, dass ich verdammt schnell in alte Verhaltensmuster rutsche. Vor allem wenn es darum geht, auf mich selbst zu achten, tue ich mir noch immer schwer. 

Aber ich habe es geschafft, auch mit 80% zufrieden zu sein. 80% sind immer noch gut und immer 100% zu wollen macht einen auf Dauer wirklich wahnsinnig. Das Schlimme daran ist, dass es mir oft selbst nicht einmal auffällt, wenn ich dabei bin, über´s Ziel hinaus zu schießen. Eine furchtbare Angewohnheit, mit der man sich einfach nur selbst das Leben schwer macht. Aber wenigstens kann ich es mittlerweile erkennen und mir sagen: das ist gut so, wie du´s machst.

Die Moral der Geschichte

Ich weiß, auf den Punkt zu kommen, fällt mir bei dem Thema nicht so leicht, weil ich dazu einfach viel zu viel zu sagen habe, was einen einzigen Blogbeitrag sprengen würde. Im Endeffekt gibt es nämlich so viele Dinge, die wir alle richtig gut machen, die toll an uns sind und die uns einzigartig machen. Sie fallen uns nur selbst nicht immer auf, was aber nicht heißt, dass sie von anderen nicht bemerkt werden. Ich konnte zum Beispiel lange keine Komplimente annehmen und dachte mir immer, dass da sowieso nichts dran ist, weil ich mich pausenlos mit anderen verglichen hatte. Mittlerweile kann ich darauf Danke sagen und es so meinen. Ein Fortschritt, wie ich finde.

Was bringt mir der Eifer nach immer mehr, wenn ich dabei auf mich selbst und meine Bedürfnisse vergesse? Nichts, denn man sieht anhand meines Beispiels, wohin das alles fast geführt hätte, wenn ich nicht rechtzeitig die Kurve gekriegt und seit Jahren an mir und meiner Einstellung gegenüber so einigem im Leben arbeiten würde. Denn am Ende des Tages geht es nicht immer nur um´s Tun, sondern auch um´s Sein. Schätzt euch jeden Tag ein bisschen mehr, versucht euch so zu akzeptieren wie ihr seid. That´s it. 

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